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Durch den Siegeszug von Internet und Handy fällt es den Menschen heute immer leichter, sich zu organisieren. Die neuen Kommunikationsmöglichkeiten, die durch die rasante technologische Entwicklung entstanden sind, haben aber auch zur Folge, dass der Alltag der Mediennutzer schneller und hektischer geworden ist. Können nur " winzige " zwei Minuten lang in sich gehen und absolut nichts tun?


Die Entdeckung der Zeit
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Sicher war es ein böses Erwachen, als der Menschheit dämmerte, dass sie vergänglich war. Als sie erkannte, dass der regelmässige Wechsel von Tag und Nacht, dass die Wiederkehr der Jahreszeiten keine ewige Wiederholung, sondern ein stetiges Fortschreiten war. Es war die Entdeckung der Zeit. Sie vergeht unaufhaltsam. Ohne menschliche Einflussnahme. Man kann sie messen, aber nicht verändern. Zwar verlief das Leben der Menschen auch nach dieser Erkenntnis noch nach der Abfolge Hahnenschrei, Morgenröte und Sonnenuntergang.
Zeit-Tyrann
Zwar ist Pünktlichkeit, auf die DER Allrounder großen Wert legt, ein junger Begriff und war im Altertum ein unbekanntes Wort. Doch der Mensch hatte sich mit dem Zeitmesser einen Tyrannen geschaffen, der sein Leben, sein Tun und seine Ruhe organisierte - und schliesslich mit der Uhr in den fürchterlich exakten Willen kleiner Zahnrädchen, in das erbarmungslose Diktat von Fahrplänen und Zeitabläufen presste.
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Von Anfang an beschäftigten sich auch die Dichter und Denker mit dem Phänomen "Zeit" - und mit der Vergänglichkeit.
Sie erfanden sogar die Unsterblichkeit, indem sie ein Jenseits konstruierten. Der römische Philosoph Seneca kam da zu schlichterem Schluss:
"Alles ist fremd, nur die Zeit ist uns eigen."
Will sagen, ihr können wir nicht entrinnen.
Goethes Faust braucht dieses ständige Weiterstreben wie ein Elixier. Er hielt es für unmöglich, im Innehalten Befriedigung zu finden. Er hat sogar dagegen gewettet:
" Werd ich zum Augenblicke sagen./ Verweile doch! Du bist so schön!/ Dann magst du mich in Fesseln schlagen, / Dann will ich gern zugrunde gehn!"
Falls es also jemals so kommen würde, könne Mephistopheles ihn holen.
"Die Uhr mag stehn, der Zeiger fallen, es sei die Zeit für mich vorbei!"
Die zerhackte Zeit
Der französische Dichter Marcel Proust schuf mit seiner 7-bändigen " Suche nach der verlorenen Zeit " eines der bedeutendsteb Roman-Werke des 20. Jahrhunderts. Ein anonymes " Ich " erzählt von seinen zum Teil vergeblichen Versuchen, sich an Kindheit und Jugend zu erinnern. Ihm war durch die Zeit die Vergangenheit verloren gegangen.
Ganz anders behandelt Michael Ende, der Autor zahlreicher namhafter Jugendbücher, das Thema. In dem - auch verfilmten - Momo ist die Gesellschaft grauer Herren am Werk. Sie versuchen, alle Menschen dazu zu bringen, Zeit zu sparen.. In Wahrheit werden die Menschen um ihre Zeit betrogen, während sie versuchen Zeit für später zu sparen, vergessen sie im Jetzt zu leben. Denn Zeit kann man nicht sparen wie Geld. Je mehr man versucht Zeit zu sparen, desto kürzer werden die Tage und Wochen. Also - nehmen Sie sich unbedingt Zeit bei der Stellensuche!
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